Während seiner Arbeit seit mehr als 27 Jahren hat der Deutsch-Russische Austausch zahlreiche Jugendaustausche und verschiedene Projekte im Bereich der internationalen informalen zivilgesellschaftlichen Bildung, Kultur, Geschichte, Unterstützung von Bürgerinitiativen und toleranten und vielfältigen Gesellschaft durchgeführt. Hier erinnern wir nur an einige von vergangenen Projekten:

Gemeindefeste für grüne Städte (2019)

Das Projekt konzentrierte sich auf den Austausch zwischen Öko-Aktivisten/-innen aus München und St. Petersburg und Leningrader Gebiet. Es wurde von der NRO zusammen mit dem Puschkin Public Council und Green City Munich mit Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amt durchgeführt.

Im ersten Teil des Projekts, im Mai 2019, reisten 10 Öko-Aktivist/-innen aus den Vororten von St. Petersburg – aus Puschkin und Gatschina – nach München, wo sie erfolgreiche Münchner Ökoprojekte kennenlernten und an der Organisation eines zweitägigen StreetLife Festival teilnahmen, das mit rund einer halben Million Besuchern auf der Hauptstraße Münchens stattfand. Ein Video dazu können Sie sich hier ansehen.

Im Gegenzug kamen im September 2019 6 Münchner Aktivistinnen und Aktivisten aus Green City nach St. Petersburg, wo sie sich über lokale Umweltprojekte informierten, über die Münchner Erfahrungen sprachen und in Puschkin und Gatschina an Öko-Festivals unter dem gleichen Namen “Green City“ teilnahmen, die von lokalen Aktivistinnen und Aktivisten auch unter Berücksichtigung der deutschen Erfahrungen organisiert wurden. Schauen Sie sich Videos über das Puschkin-Festival vom Clean Eco Blog und EcoSanaClub an. Das Projekt zeigte, dass die Erfahrungen der deutschen Kollegen/-innen im Bereich des Öko-Aktivismus in St. Petersburg und seinen Vororten – Puschkin und Gatschina – sehr hilfreich, interessant und motivierend waren.

Cup for People und Diversity House (2018)

Während der Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2018 in St. Petersburg beteiligte sich der Deutsch-Russische Austausch aktiv an der Schaffung und Aktivitäten des Netzwerks Cup for People, das bürgerschaftliche Aktivist/-innen aus mehr als 20 verschiedenen Initiativen und Organisationen der Stadt zusammenbringt, um mehr Nutzen aus der Weltmeisterschaft für die Stadtbewohner-/innen zu ziehen. Erreicht wurde dies durch kulturellen Austausch, die Begegnung von Aktivist-/innen und Journalist/-innen aus der ganzen Welt mit der Zivilgesellschaft und der gegenwärtigen Kultur sowie durch den öffentlichen Dialog über Mega-Events und Vielfalt als gesellschaftlichen Wert. Dem Netzwerk gehörten Aktivist-/innen der Bildungsplattform „Trava“, des LGBT-Netzwerks „Coming Out“, der Human Library, der Soldatenmütter, des Krisenzentrums für Frauen, der Offenen Schule für Menschenrechte in St. Petersburg, Umweltaktivisten usw. an. Die Organisationsform war ein informelles temporäres Netzwerk von Aktivistinnen und Aktivisten, horizontal organisiert mit der Aufteilung der Verantwortlichkeiten für verschiedene Veranstaltungen und Arbeitsbereiche. Lesen Sie mehr HIER.

Schüleraustausch (2004 -2018)

Von 2004 bis 2018 organisierte der Deutsch-Russische Austausch in Zusammenarbeit mit mehreren deutschen Partnern kurz- und langfristige individuelle Austauschprogramme für Schülerinnen und Schüler. Russische Schüler/-innen gingen nach Deutschland, während deutsche Schüler/-innen nach Russland gingen, wo sie bei Gastfamilien lebten und in Schulen studierten, in ständigem Kontakt mit Gleichaltrigen standen und in das sprachliche und kulturelle Umfeld eines anderen Landes eintauchten.

Leider wurde das Programm 2018 aufgrund eines Nachfragerückgangs in den vergangenen Jahren eingestellt. Wir hoffen jedoch sehr, dass der Moment kommen wird, an dem wir Schulaustausch wieder aufnehmen können.

EU Study Weeks (2007-2008, 2013-2015)

Der Deutsch-Russische Austausch organisierte zusammen mit dem Deutsch-Russischen Austausch in Berlin als Kontraktor der Delegation der Europäischen Union in Russland in den Jahren 2007-2008 und 2013-2015 EU Study Weeks für Student/-innen über die Europäische Union und ihre Zusammenarbeit mit Russland. Insgesamt wurden 5 fünftägige und 14 dreitägige EU Study Weeks organisiert, an denen mehr als 600 Student/-innen teilnahmen, und zwar in Regionen Russlands wie St. Petersburg, Moskau, Wolgograd, Irkutsk, Kostroma, Leningrad, Nischni Nowgorod, Pskow, Rostow, Samara, Swerdlowsk, Tomsk, Uljanowsk, Jaroslawl Oblast‘s, der Republik Karelien und Tatarstan, Stawropol und Primorje Krais sowie in Litauen und Estland.

Im Rahmen der EU Study Weeks diskutierten die Student/-innen mit den europäischen und russischen Expert/-innen aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft, Journalismus, NGOs in interaktiver Form aktuelle Fragen der europäischen Integration und der Verhältnisse zwischen der EU und Russland unter verschiedenen Aspekten. Der Schwerpunkt der verschiedenen Veranstaltungen lag auf Themen wie wirtschaftliche Grundlagen der Integration, Multikulturalismus, gemeinsame Geschichte, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Bildung, Ökologie und aktuelle Ereignisse. Neben Vorträgen und Diskussionen mit Expert/-innen nahmen die Student/-innen an Spielen und kreativen Aufgaben, an Exkursionen und Quests in den Städten, sowie an der Entwicklung und sogar Durchführung von Miniprojekten in Gruppen teil. Programme, Fotos und Präsentationen der Referenten der EU Study Weeks aus den Jahren 2013-2015 finden Sie auf der Website der EU Study Weeks, die seit 2017 von einer anderen Organisation veranstaltet werden.

„Besser als anders“ (2012-2013)

Das trilaterale Projekt „Besser als anders“ wurde von der NRO in Zusammenarbeit mit dem DRA Berlin und der polnisch-deutschen Minderheitenorganisation in Schlesien Towarzystwo Spoleczo-Kulturalne Niemcow Wojewodztwa Slaskiego mit finanzieller Unterstützung des Programms Europäer für den Frieden der Stiftung „Erinnerung. Verantwortung. Zukunft“ (Deutschland) durchgeführt.

Das Projekt wurde von November 2012 bis April 2013 durchgeführt. Jugendliche im Alter von 15-18 Jahren aus Russland, Polen und Deutschland trafen sich dreimal in drei Städten: St. Petersburg, Breslau und Berlin. Während dieser Treffen erkundeten sie die Städte durch ein interaktives Spiel „Rallye durch die Stadt“ sowie durch klassische Exkursionen. Die Jungs machten sich mit den anderen Kulturen vertraut und lernten die interkulturelle Interaktion kennen. Leitmotiv des gesamten Projekts waren Themen wie Menschenrechte, politische Systeme und ihre Beziehungen zu anderen Kulturen.

„AntiStamp” (2013)

Der „AntiStamp“ war ein Bildungsprojekt, das darauf abzielt, die Popularität rassistischer Ideen zu verringern und die Werte einer Kultur des Friedens und der Vielfalt für Schulkinder attraktiv zu machen. Im Rahmen des Projekts lernte und führte ein Team von Freiwilligen Schulungen und Unterricht im Bereich Antidiskriminierung und Toleranz in Schulen, auf dem Gebiet der NRO und in Kinder-Sommercamps durch, beteiligte sich zusammen mit Schulen an den internationalen Antirassismus-Aktionen „STOPP RASSISMUS“ und „Kristallnacht – Nie wieder!“, entwickelte die Zusammenarbeit mit Schulen.

Persönliche Erinnerungskarte (2010-2011)

Das Projekt wurde von der NRO mit finanzieller Unterstützung des von der deutschen Stiftung „Erinnerung. Verantwortung. Zukunft “ initiierten Programms „Begegnungsstätte – Dialog“ durchgeführt. Das Jahresprojekt „Persönliche Erinnerungskarte“ wurde in zwei Etappen durchgeführt: April – August 2010, und Vorbereitung der kreativen Projekte im April – Mai 2011.

Die Arbeit wurde in gemischten Gruppen deutscher und russischer Jugendlicher unter der kreativen Anleitung von Künstler/-innen und Fotografen/-innen aus St. Petersburg durchgeführt. 5 Arbeitsgruppen sammelten Interviews und befragten die BürgerInnen des belagerten Leningrads, ehemalige KZ-Häftlinge und Kriegsveteranen zu ihrem Schicksal und ihrer Lebenssituation. Die gesammelten Geschichten wurden von den Projektteilnehmer/-innen zu Filmen, Karikaturen und Fotoausstellungen verarbeitet. Die Jungs wurden auch von Historiker/-innen und anderen Expert/-innen befragt. Die Treffen waren so strukturiert, dass die Teilnehmer/-innen einige theoretische Kenntnisse erhielten (z.B. Meisterklassen zu den Themen „Interviewtechnik“ und „Mein Stammbaum“), die sie dann in der Praxis anwandten.

Im Mai 2010 nahmen die Projektteilnehmer/-innen auch an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg teil, nämlich an Veranstaltungen wie der Parade am 9. Mai, dem St. Petersburger Siegesball und einer Ausstellung, die dem 100. Jahren von Olga Berggolz gewidmet war.

Nordeuropäischer Weg: Kreativität, Inspiration und intersektionale Zusammenarbeit (2010)

Das Projekt wurde vom Nordischen Ministerrat unterstützt und bestand aus einer 10-tägigen Studienreise von NGO-Aktivist/-innen in die nordischen Länder, die vom 18. bis 27. Juni 2010 dauerte. Die Aufgabe der Teilnehmer/-innen bestand darin, Gleichgesinnte zu finden, die bereit waren, ihre Werte, Interessen und Absichten zu teilen, um eine soziale, ökologische und kulturelle Wanderroute rund um die Ostsee zu schaffen. Eine solche Route, so die ursprüngliche Idee, könnte sowohl virtuell als auch real sein, aber sicherlich verschiedene öffentliche Organisationen und Bürgerinitiativen repräsentieren – kreativ, interessant, sozial bedeutsam für die Regionen und attraktiv für Bürger/-innen. Dies war die allgemeine Idee, mit der die Gruppe ihre Route begann und die sie auf dem Weg mit allen möglichen Mitteln erzählte, zeigte und erprobte. Die Aufgabe war nicht leicht, zumal unter den Teilnehmer/-innen selbst keine Einigkeit darüber bestand, was der Bürgerpfad für die von ihnen vertretenen Organisationen bringen würde. Mit jedem Tag, der verging, und mit jeder neuen Organisation tauchten jedoch zusätzliche Argumente für den gesamten Weg-Projekt auf. Infolgedessen stellten sich die Teilnehmer/-Innen einer großen Zahl von Organisationen vor, lernten viel und erstellten eine Karte der Reise mit interessanten Organisationen, die sie auf ihrem Weg besuchten und trafen.

ARTSOBES (2009-2010)

Das Kulturprojekt ARTSOBES zielte darauf ab, künstlerische und zivilgesellschaftliche Initiativen und den Dialog zwischen Vertreter/-innen der kreativen Gemeinschaft und sozialen Aktivist/-innen aus Russland, Deutschland und Europa zu vereinen, um mögliche Lösungen für drängende soziale Probleme zu finden und sozial engagierte Kunst zu fördern. Das Projekt umfasste sowohl kleine Treffen und kulturelle Veranstaltungen als auch große Festivals mit Künstler/-innen und Aktivist/-innen aus verschiedenen Ländern.